Mitmachen ist angesagt!
A
ABE
1) Abkürzung für Allgemeine Betriebserlaubnis
2) Verzweifelter Ausruf eines Motorradfahrers, der vier Stunden auf der
Zulassungsstelle gewartet hat - bis zur Mittagspause: "Alle
Beamten erhängen"!
Ablass-Schraube
1) Ursprünglich ein Begriff aus dem Innen-Außenleben eines Fahrzeugs:
soll verhindern, dass Öl aus der Ölwanne am unteren Teil des Motors
während der Fahrt austropft. Praktisch aber auch, dass man das Altöl
damit ablassen kann, wenn das Motorrad nach 5.000 Kilometern
Laufleistung einen Aderlass und damit neues Öl braucht.
2) Gern wird dieses Wort aber auch unter hartgesottenen Bikern
gebraucht für die von einem anderen Biker Übernommene Freundin; wobei
die dann eigentlich Nachlass-Schraube genannt werden sollte... (s.
auch: Schraube)
Absteigen
Im Jargon ein anderer Ausdruck für "stürzen": besondere Art der
Motorradfahrer, - im Gegensatz zu den sogenannten Aussteigern -, sich
der Natur in einer ungewöhnlichen Art zu nähern.
Abstellstütze
1) Behördendeutsch für Seitenständer
2) Im Jargon: finanzielle Unterstützung durch die Eltern, die nur
unter
der Vorraussetzung gegeben wird, das Motorradfahren aufzugeben.
Abwürgen
1) Kann bedeuten, dass man einen Motor aus Unfähigkeit oder sonstiger
unvorhergesehener Ursache zum ungewollten Stillstand bringt.
2) Kann aber auch heißen, dass man einen Benzin-Redenden (s. dort) Motorradfahrer an
die Kehle geht, weil einem das andauernde Oberego des
Knieschützerabschleifers gehörig auf den Sack geht.
Adler
1) Motorradmarke, seit den fünfziger Jahren nicht mehr auf dem Markt,
weil völlig außer Mode geworden wegen zu wenig Power zum heizen.
2) In der Umgangssprache: Den Adler machen: stürzen, absteigen, auf die Fresse fliegen.
Ah
1) technisch: Abkürzung für Amperestunden
2)
Ein mit einer plötzlichen Erkenntnis verbundener Ausruf, z.B.: Ah!
Deswegen läuft die Maschine plötzlich schneller, ich habe die Sozia
verloren!
Aluminium-Rahmen
Fahrgestell aus Leichtmetall, ein Muss bei Sport-Motorrädern!
Aluminium ist halb so schwer wie Stahl, aber auch halb so stabil,
weswegen Alu-Rahmen doppelt so stark sein müssen wie Stahl-Rahmen.
Die derart wieder aufgehobene Gewichtsdifferenz lassen sich
die Motorradhersteller mit dem doppelten Preis bezahlen.
Aquaplaning
Fast ausschließlich bei Autos auftretendes Phänomen. Die
meisten Motorradfahrer kennen dieses Wort nicht, weil sie nicht im
Regen fahren.

B
Beiwagen
Dem Anhänger verwandtes Vehikel, das seitlich am Motorrad befestigt
wird, die Transportleistung des Motorrades um 50 Prozent verbessert,
seine Fahreigenschaften aber um 100 Prozent verschlechtert. Ein
Motorrad mit Beiwagen heißt Gespann.
Benzin
reden
Ständiges Quatschen und diskutieren über Motorräder (s. auch Mopped) und das
Herumdüsen mit diesen Teilen.
Einem Benzin-Redenden kann nur duch Einschläfern mit extremen
Alkoholika, durch Abwürgen (s. dort),
oder durch zufällig hereinbrechende Naturkatastrophen Einhalt geboten
werden.
Bikergruß
Begegnet man einem entgegenkommenden Biker, dann gilt es höfliches
Zeichen der engen Verbundenheit, die linke Hand hoch oder zumindest
etwas anzuheben und mit Zeige- und Mittelfinger ein V zu
formen; Sinnbild des lateinischen Wortes vinceremus: wir werden siegen.
In der Zeit der
superschnellen Motorräder musste sich aus Zeitgründen dieser Gruß auf
ein kurzes Zucken des ersten Gliedes des Zeigefingers beschränken, weil
der rasende Kollege sonst schon längst vorbei wäre, während man noch
das V zu formen versucht.
Bikini-Verkleidung
Verkleidung eines Motorrades, die im Gegensatz zur Vollverkleidung
nicht die ganze Maschine, sondern zur Verbesserung der Optik nur die
hässlichsten Teile abdeckt. Bei Frauen sollen Bikinis genau das
Gegenteil tun.
BMW
Abkürzung für "Bau mal wieder". Hersteller von Luxus-Limousinen, der
sich den Luxus erlaubt, nebenher noch Motorräder zu produzieren. (s.
auch Kawasaki)
Bordwerkzeug
Werkzeug, um Borde und Regalsysteme zu mintieren. Da Motorradfahrer
solche Werkzeuge selten brauchen, halten die meisten Motorradhersteller
Bordwerkzeuge für überflüssig.
Bremsanker
1) technisch: Abstützung der Bremsankerplatte einer Trommelbremse
2) Aus der Seefahrt übernommene Bremsvorrichtung, die aber wegen des
hohen Gewichts wieder aus der Mode gekommen ist.
Bulle
Liebevoller Ausdruck für Polizist. Leitet sich aus der Tatsache ab,
dass Polizisten Motorradfahrern gegenüber meist in Herden auftreten
und
viele von ihnen auf ein Motorrad wie auf ein rotes Tuch reagieren.
Bürstenhalter
1) technisch: Bauteil einer Gleichstrom-Lichtmaschine.
2) Schreibfehler

C
Chopper
Von Rockern
bevorzugte Motorrad-Gattung mit kleinem Tank, niedriger Sitzbank,
langem Radstand und vorzugsweise mit Harley-Davidson-Motor. Das Wort
"Chopper" kommt aus dem Englischen von "to chop", also "hacken".
Gemeint ist damit ist die Sitte dieser Art Motorradfahrer, ihre Bikes
von allen überflüssigen Teilen zu befreien - nicht etwa deshalb, dass
alle Chopperfahrer behackt sind...
Niemals verwechseln mit "Naked
Bike"!
Chopper-Fahrer
Sie verachten alle anderen Gattungen von Motorradfahrern; lieben es, in
an Rückenlage grenzender Sitzposition mit ihren Choppern
Flanierstraßen
auf und ab zu gondeln.
Chopper haben kleine Tanks, damit ihre Fahrer eine Tankstelle ansteuern
müssen, bevor sie in der Liegestuhl-Haltung eingeschlafen sind.

D
Motorrad mit großvolumigem
Einzylinder-Motor, der sich im Leerlauf
anhört wie die gleichnamige
Planiermaschine: ka-tschumm...ka-tschumm...ka-tschumm...
Ein Fehlversuch am Kickstarter
eines Dampfhammers (Motorrad) zieht in der Regel dieselben
Fußverletzungen nach sich wie ein außer Kontrolle geratener
Dampfhammer
(Planiermaschine).
Diebstahlsicherung
1) Früher: wirkungslose Vorrichtung als Ersatz für eine
Diebstahlversicherung.
2) Heute: falsche Schreibweise von Diebstahlversicherung.
Diebstahlversicherung
Versicherungsvertrag, der es Motorradfahrern ermöglicht, sich Anfang
des Jahres immer das neueste Modell zu kaufen.
Bevorzugte Deponien alter Motorräder von Diebstahlversicherungsnehmern
sind Baggerseen und tote Flussarme.
Doppelschleifenrahmen
1) technisch: Rahmenbauart
2)
Unter Gebrauchthändlern übliche Bezeichnung für den Rahmen eines
Motorrades, das mindestens zwei Stürze mit Überschlägen hinter sich hat.
Drehgriff
1) technisch: der am rechten Lenkerende platzierte Griff zur Regelung
der Motordrehzahl; wird landläufig als Gasgriff bezeichnet.
2) Auf der Polizeischule gelehrter körperlicher Einsatz, um
randalierende Rocker unschädlich zu machen.
Drehzahl
1) technisch: Anzahl der Umdrehungen einer Kurbelwelle eines Motors
innerhalb einer Minute. Diese Leistung variiert von Motorradtyp zu
Motorradtyp und drückt im Endeffekt die Kraft, Gewalt und
Geschwindigkeit aus, die ein Bike nach Vorne schiebt; die Drehzahl wird
durch den Drehgriff geregelt. Bei allen Motorrädern jeden erdenklichen
Typs aber reduziert sich
diese
Kraft drastisch auf Null, wenn infolge zu hoher Drehzahlen des am
Gas-Drehgriff durchgeknallten Fahrers der Motor seinen Geist aufgegeben
hat - analog zum Fahrer...
2) Wie oft ein Biker schon was gedreht hat, um durch den TÜV zu kommen.
Düse
1) technisch: Bauteil in einem Vergaser.
2) Befehlsorm von düsen.
düsen
Anderer Ausdruck für rasen, brettern, scheuchen, gehen lassen, reinhalten, draufhalten, Gas stehen lassen, offen laufen.
Das Gegenteil von bummeln, gurken, schleichen, stehen, dösen, watscheln, kriechen, sich-in-der-Natur-umschauen.
Düsennadel
1) technisch: Bauteil in einem Vergaser
2)
Auszeichnung für ein Mitglied eines Motorradklubs, das per
Bußgeldbescheid die größte Geschwindigkeitsübertretung nachweisen kann.
Bei wiederholt erfolgreichen Gesetzesübertretungen kann man
in den Düsen-Adel ernannt werden.

E
Easy Rider
Kultfilm mit Peter Fonda und Dennis Hopper.
Inzwischen auch Synonym für Chopper-Fahrer.
Obwohl Easy Rider wörtlich übersetzt "leichter Reiter" heißt, sind so
titulierte Motorrdfahrer meist eher den Schwergewichten zuzuordnen.
Enduro
Stammt aus dem Spanischen und bedeutet soviel wie "Ausdauer".
Bezeichnet Motorräder für den Einsatz auf der Straße und im
Gelände,
aber auch Fahrer, die ihrem Händler immer noch die Hand geben, obwohl
ihr Mopped schon seit drei Monaten still steht, weil ein Ersatzteil
nicht lieferbar ist.

F
Fulldresser
Voll ausgestattetes Motorrad für Tourenfahrer.
Ein solches Motorrad mit Radio, Kofferraum, Rückwärtsgang und Heizung
gibt es bereits, z.B. von Honda. Ein Modell mit Kühlschrank,
Schiebedach und Fernsehgerät ist in Vorbereitung; man munkelt,
ebenfalls bei Honda.

G
Gang
Hier ist nicht die etwas leicht schwankende Art der Fortbewegung eines
Motorradreisenden nach dem Absteigen gemeint, der dem eines Cowboys,
eines Jockeys oder eines Seemannes ähnelt, die allesamt ihre
Gehwerkzeuge recht selten benutzen. Auch nicht der erste Gang, um das
Motorrad von dieser Stelle aus in den letzten Gang zu heizen. Vielmehr
spricht man dieses Wort aus wie "Gäng", weil es englisch ist; es
bedeutet soviel wie "Gruppe", "Clique" oder "Bande". Ähnlichkeiten mit
Unterwelt-Gangs sind nur in Einzelfällen mehr als zufällig.
Gasgeschwindigkeit
Die Geschwindigkeit von Auspuffgasen im Auslasskanal eines Motors
berechnet sich nach Hub, Bohrung und Ventildurchmesser. Für das
Auspuffsystem eines Motorradfahrers gilt Ähnliches.
Gespann
1) Kann oder will ein Motorradfahrer sich nicht mit seiner Maschine in
geile Kurven legen, baut er sich einen sog. Beiwagen an:
einrädriges Gefährt, meist in Form einer überdimensionierten
Zigarre,
das meist rechts an dem urprünglich echten Motorrad befestigt ist.
Eine
Sozia oder auch ein mit Brille versehener Schäferhund hat es dort
recht
gemütlich. Vorteil eines Beiwagens: zwei Passagiere können mitfahren!
Nachteil: Schräglagen in herrlichern Kurven sind nicht möglich; es
sei
denn, dass man dabei dem Beiwagen die Haftung auf der Straße entzieht
und ihn in Linkskurven locker nach oben schielen lässt; was allerdings
den Hund oder die Sozia zum Kübeln bringen kann.
2) Sozia oder Schraube mitsamt
Fahrer. Die persönlichen Verhältnisse sind hierbei nicht eindeutig
geklärt.
Güllepumpe
Spitzname für die Honda CX 500, der sich aus dem einer in der
Landwirtschaft gebräuchlichen Pumpe nicht unähnlichen
Motorengeräusch
dieses Modell herleitet. Honda verzichtete jedoch darauf, diese
griffige Bezeichnung als Typenname zu übernehmen, weil in
Süddeutschland niemand weiß, was Gülle ist, und den Japanern kein
anderes englisches Wort als "shit" dafür einfiel.

H
Harley Davidson
Letzte verbliebene amerikanische Motorrad-Marke, besonders beliebt bei Rockern und solchen,
die sich gerne dafür halten würden, wenn sie es könnten. Ganz dem
amerikanischen Image von Fortschritt und Progressivität entsprechende
Motorräder mit veralteter Technik und kaum erträglichen Vibrationen,
weswegen die Sonnenbrillen der Fahrer gerne mit extrastarken Pflastern
hinter den Ohren festgeklebt werden.
heizen
1) Kennt jeder in der kalten Jahreszeit in Wohnzimmer und Bad.
2)
Im Jargon: Gasgriff auf "Full Power" stehen lassen, egal, dass dort
gleich eine geile Kurve kommt, die man nie gebacken kriegt.
3) Auf
einer drittklassigen Bundesstraße hirnlos, aber voll geil, auf dem
nicht vorhandenen Mittelstreifen Traktoren und LKW zu überholen,
während LKW und Traktoren entgegen kommen.
4) Im Stadtgebiet die
zulässige Höchstgeschwindigkeit mindestens um das Doppelte zu
überschreiten, um die Reifen auf erforderliche Temperatur zu bringen;
schließlich hängt von der Haftung der Reifen auch ab, dass beim Bremsen
vor einem Zebrastreifen kein Unschuldslamm geopfert wird.
Helm
Auch: Schutzhelm, Sturzhelm.
Rocker und sonstige Harley-Fahrer verachten Helme und begnügen sich
mit
dem Geringstmöglichen, was die Helmpflicht gerade noch so hergibt;
deswegen verletzen sie sich auch leicht am Kopf, weil sie z.B. gegen
eine fliegende Hummel gondeln oder wegen einer urplötzlich
erscheinenden Kurve absteigen
müssen.
Für Sportfahrer ist der meist aggressiv-bunt bemalte Helm ein
Statussymbol und sie verletzen sich leicht am Kopf, weil sie meinen,
dass ihnen mit Helm nichts passieren kann. (s. auch: Integralhelm)
Helmpflicht
Gilt für alle Motorradfahrer in Deutschland. Steht allerdings in
unmittelbarem Widerspruch zum Vermummungsverbot und führt seitdem zu
einer unüberbrückbaren Kluft zwischen Bundesverkehrsminister und
Bundesinnenminister.
Hohlschraube
1) technisch: hohl gebohrte Schraube, die zum Anschluss von Ölleitungen
verwendet wird.
2) im realen Leben: dümmliche Beifahrerin mit wenig sonstigem
Anschluss.
Honda
Bekannter Automobil-Produzent, der mit dem Bau von Motorrädern den
Grundstein zu seinem Erfolg bei den Autos legte. (s. auch BMW). Honda leitet sich
auch aus den Anfangsbuchstaben des Satzes "Heute ohne nennenswerten
Defekt angekommen" ab. (s. auch Güllepumpe)

I
Inbus-Schraube
1) technisch: Innensechskant-Schraube.
2) Rocker-Groupie, das nicht auf dem Chopper
mitfahren darf, sondern im Bus von Treff zu Treff gekarrt wird.
Siehe auch ganz allgemein bei Schraube.
Integralhelm
Helm, der außer der Schädeldecke auch Gesicht und Kinn des Trägers
schützt.
Biker, die in der Schule bis zur Integralrechnung vorgedrungen waren,
sind verpflichtet, einen Integralhelm zu tragen. (s. auch: Helmpflicht)

K
Kawasaki
Japanisches Unternehmen der Schwerindustrie, von dem niemand weiß, wie
es dazu kam, auch noch Motorräder zu produzieren. Beliebter Spruch von
Bikern: Fährst du Kawasaki, hast du Vibros nah bei Sacki!
Kickstarter
1) Manuelle Startvorrichtung eines Motorrades als Ersatz oder Zusatz
des elektrischen Anlassers. Meist sind gerade Motorräder mit
Startschwierigkeiten mit einem Kickstarter ausgerüstet; wenigstens
kann
dann der Anlasser nicht kaputt gehen - dafür aber der Knöchel und die
Bänder des Fahrers, wenn der Kickstarter bei einem Fehlversuch zurück
schlägt.
2) Tritt an die Stoßstange eines Autos, dessen Fahrer vor einer
grünen
Ampel eingedöst ist.
Klopfen
1) Akustisches Zeichen eines Motors, das auf ungeregelte Verbrennung
schließen lässt, besonders bei hohen Drehzahlen vorkommt
und den Fahrer veranlassen sollte, die Geschwindigkeit zu senken.
2) Akustisches Zeichen einer Beifahrerin, das auf ungeregelte
Angstzustände schließen lässt, besonders bei starker Schräglage vorkommt und den
Fahrer veranlassen sollte, die Geschwindigkeit zu senken.
Krokodil-Klemme
1) technisch: eine Klemme, die wie das Maul eines Krokodils geformt
ist. Beispiel: Überbrückungskabel zur Starthilfe; die Klemme beißt
sich
quasi fest und kann nur noch schwer verrückt werden.
2) Beifahrerin,
die durch besonders festes Anklammern (vor allem in angeschnittenen
Extremkurven) ein enges Zusammengehörigkeitsgefühl vermitteln will
und
dadurch zuweilen auch dem Fahrer schmerzhafte Blutergüsse zufügt.
Ansonsten wie
oben im letzten Satzteil, nur ohne das "schwer"...
Kupplung
1) Eine tolle Erfindung, die aus mehreren Stahlscheiben besteht und
durch Betätigen eines sog. Kupplungszuges unter Zuhilfenahme eines
Kupplungshebels eine nächst höhere oder tiefere Gangart des Motors
erlaubt, was die Geschwindigkeit des Gefährtes definitiv reguliert.
2) pleitetechnisch kennt diese Erfindung jeder, der schon einmal ein
Bike ohne diese Einrichtung zu bewegen versucht hat; z.B. nachdem der
Kupplungszug mitten in einer geilen Kurve gerissen war.
3) Erfolgreiches Zusammenführen eines Motorradfahrers mit einer
Beifahrerin durch Dritte.
Kupplungsspiel
1) Technisch gesehen der Spielraum, den ein Kupplungshebel braucht, um
ohne Krach und drohende Ausfälligkeiten einen Gang einlegen zu
können,
vor allem vom ersten bis zum fünften. Drüber ist es eh egal.
2) Beliebtes Gesellschaftsspiel unter Bikern, das nicht selten mit
einer langfristigen Ver-Kupplung endet.

L
Lockere Schraube
1) Häufig anzutreffen bei Motorrädern, die während der Dauer des
TÜVs
vom Fahrer nie überprüft werden. Kann dazu führen, dass im günstigsten
Fall
z.B.
der Rückspiegel bei Tempo 200 dem Fahrer auf die Brust knallt;
berichtet wurden allerdings auch schon Verluste von Blinkern,
Nummernschildern, sogar von kompletten Schrauben.
2) Sozia, die
selbst mit schleifenden Knieschützern noch den Fahrer über Helmfunk
informiert, dass ihre Freundin beim gestrigen Treff grün-gelb
lackierte
Zehnägel zeigte und er sich gefälligst in eine weniger steile
Schräglage zu begeben hat, damit sie sich später die Zehnägel
ebenfalls
so lackieren könne, ohne sie jetzt auf dem Asphalt anzuschleifen.
3) Im Gegensatz dazu: Krokodil-Klemme.
M
Mofa
Abkürzung für "motorisiertes Fahrrad". Fällt als kleinste Bauart des
Motorrades nach dem Sucht- und Betäubungsmittelgesetz unter die
Einstiegsdrogen.
Mopped
Rein schreibtechnisch gesehen eigentlich "Moped". Da das aber ein
liebevoller Begriff für meist hubraumstarke, schwere Motorräder ist,
wird diese Verkleinerungsform durch das Doppel-P nochmals verniedlicht,
um die zärtliche, aber kraftvolle Verbindung zu verstärken. Weniger
liebliche, aber
dennoch innig verbindende Begriffe: Bock, Karre, Kiste. Läuft das
Moppedchen mal nicht richtig, dann gebraucht man gerne: Saubock,
Mistkarre, Scheißkiste oder Abwrackteil.
Motorroller
Teilverkleidetes Motorrad mit kleinen Rädern. Fahrer von Motorrollern
werden allenfalls von den Tourenfahrern als Motorradfahrer anerkannt
und deshalb sogar manchmal mit dem berühmtem V-Zeichen gegrüßt; echte
Biker lassen sich manchmal auch zu einem Gruß verleiten, wobei sie
allerdings den Zeigefinger vergessen. s. Bikergruß

N
Naked
Bike
Aus dem Englischen für "nackisches Mopped". Nicht zu verwechseln mit Chopper! Nackte
Motorräder haben im Gegensatz zu Choppern noch alles dran, auch wenn
es
oft nicht recht zu gebrauchen ist. Aber jedenfalls sehen sie wie echte
Motorräder aus. "Nackt" heißt einfach nur, dass ihre Fahrer gerne
Wind
und Regen genießen, die Feinheiten ihrer Maschinen freizügig der
Umwelt
zur Schau stellen und auch sonst sehr puristisch drauf sind, was
Verkleidungen jeder Art betrifft; oftmals nicht nur am Motorrad.
Gegensatz: Yoghurt-Becher.

P
1) Aus dem Straßenbau:
eine Hüpf-Maschine, die von einem Arbeiter so bewegt wird, dass sie
alles plan macht, was ihr unter den Dampfhammer kommt
und dabei höllisch laut ist.
2) Ein Motorrad mit gewaltigem Hinterrad, das jegliches pflanzliches
und tierisches Leben plan macht, das diesem unter den Gummi kommt und
dabei gar nicht mal so laut sein müsste, aber immer ist.
Potenz-Ersatz
1) Neidische Zeitgenossen, vornehmlich Politiker, bezeichnen schnelle
Motorräder als Potenz-Ersatz für sexuell Unterentwickelte. Gerade in
jüngster Zeit wurden übrigens einige Politiker der akuten
Geschwindigkeitsübertretung überführt. Und das nicht einmal auf
Motorrädern! Arme Leute...
2) Ohne Worte:


R
Rocker
Meist in größeren Gruppen auftretende und in Gangs organisierte
Spezies von Motorradfahrern, die Chopper
allen anderen Motorrädern und Alkoholika allen anderen Getränken
vorziehen. Sie nennen ihre Treffen Rallye oder Party, lieben ihre
Freiheit und ihre Individualität über alles, weswegen sie sich
strengen
Klubregeln unterwerfen und Uniformen wie Kutten und schwarzem Leder
tragen, die allerdings leicht persönliche Merkmale aufweisen dürfen
wie
z.B. einen individuellen Verschmutzungsgrad. Ihr Wertesystem ordnet
Frauen gleich hinter Motorrädern, Alkohol und Männerfreundschaft ein
und teilt sie ein nach Braut, Sister, Old Lady und Material.
Das Rockerleben kann übrigens schon recht früh beginnen:

S
Schlammpaddler
Abfällige Bezeichnung für Geländefahrer, die während ihrer
vorpubertären Phase zu wenig im Sandkasten spielen durften und dieses
Defizit duch exzessive Schlammfahrten zu kompensieren versuchen.
Schräglage
Leistungsmaßstab bei Sportfahrern und Rockern.
Bei den Ersteren als Maß für die Kurvengeschwindigkeit, bei Letzteren
als Maß für den Blutalkoholgehalt.
Schraube
1) Rein technisch gesehen weiß das eh jeder, der schon mal geschraubt
hat.
2) Im Jargon: nicht besonders hübscher Ausdruck für die oftmals
hübsche
Biker-Freundin, auch Beifahrerin oder Sozia
genannt. Das
Tätigkeitswort
"schrauben" hat damit allerdings nicht das Geringste zu tun!
Schrottplatz
Auf Schrottplätzen findet man so gut wie nie Motorräder. Das spricht
weniger für die Zuverlässigkeit dieser Fahrzeuge, sondern eher für die
These, dass alte Motorräder in Baggerseeen und toten Flussarmen
verschwinden - s. Diebstahlversicherung
Sozia
Beifahrerin. Eigentlich nicht "bei", sondern meist "hinter", außer bei
Gespannfahrern. Die
Bezeichnung "Hinternfahrerin" konnte sich
allerdings nicht durchsetzen.
Sozius
1) technisch: der Beifahrersitz (Hintersitz) auf einem zweirädrigen
Gefährt, das bauartbedingt einen zweiten Sitzplatz zur Verfügung
stellt.
2) Wie Sozia, nur männlich.
Strafzettel
1) Landläufig bekannt als "Knöllchen".
2) Bei Rockern,
die ihre Freiheit ja so sehr lieben, ein unbeliebtes Ritual für den
Sünder, der die strengen Regeln ausnahmsweise mal nicht beachtet hat.
Dabei wird ihm von der gerechten Jury ein Zettel ausgehändigt mit
Strafen, die er zur Sühne zu erledigen hat; z.B. den Chopper des Bosses
innerhalb kürzester Zeit auf Hochglanz und/oder alle Mitglieder der Gang auf drei Promille zu
bringen. Und zwar jetzt gleich.
Superbike
Nicht etwa der fahrbare Untersatz von Superman, sondern ein meist sehr
sportliches Motorrad mit mehr als genügend PS. Allerdings glauben
viele
Biker, mit so einem Superbike zum Supermann zu werden; eine
entsprechend dem Outfit der Maschine angepasste Lederverkleidung ist
dabei absolute Pflicht! Jene Reiter, die auf einem solchen Renner in
Hemd und Höschen wild herumdüsen, fahren sich oft die Bezeichnung
"Quasuppe" ein: Quasi-Superbike-Penner. (s. auch Potenz-Ersatz).
Suzuki
Bekannter Motorrad-Produzent, der mit dem Bau von Zweirädern den
Grundstein für eine erfolgreiche Auto-Produktion zu legen versuchte.
(s. auch Honda)

T
Tourenfahrer
Verachtet alle Sportfahrer. Fährt nur Fulldresser oder Enduro, verlässt die
Stadt nie ohne Thermo-Zelt, Kochgeschirr und Navi.
Y
Yoghurt-Becher
Fast abfällige Bezeichnung der traditionsbewussten Motorradfahrer
gegen
die vollständig mit Kunststoffteilen verkeideten und bunt bemalten
japanischen Superbikes.
Unter den Traditionalisten herrscht einhellig die Meinung, dass
Verkleidungen - wie in Faschingszeiten oder bei Damenwäsche -
lediglich
dazu dienen, einen wenig lieblichen Körper zu tarnen und ihn damit vor
Verunglimpfungen zu schützen. (s. auch Naked
Bike).
Z
Zahnkette
1) technisch: Kettenbauart zur Übertragung einer Drehkraft;
glockenschwer aus Metallen gefertigt.
2) Unter Rockern üblicher Schmuck, der aus den eigenen ausgeschlagenen
Zähnen angefertigt wird. Höchste Bewunderung gilt einer Kette mit 32
Zähnen; dessen Träger braucht keine Zahnpasta mehr.
Zahnriemen
1)
technisch: Riemen zur Übertragung einer Drehkraft; er
besteht
nicht aus Metall wie die ordinäre Kette der meisten Mopeds, sondern
aus
einem irre haltbaren und reissfesten Kunststoff. Also: Ersatz für die
Zahnkette (im technischen Sinn).
2) In gewissen Kreisen übliche
Schagwaffe aus gezwierbeltem Stierpenis; höchst geeignet zum
Ausschlagen von Zähnen und nervenden Blaulichtern.
3) Frage, die um die Welt geht: wie klebt man seine
ausgeschlagenen Zähne an dieses blöde Material?
Zebrastreifen
Bevorzugter
Jagdgrund für Biker bei der Verfolgung von Fußgängern. Diese wähnen
sich nämlich in dem Irrglauben, - schutz- und deckungslos, wie sie nun
einmal sind, - sich in dieser angeblichen Sicherheitszone schamlos den
übermächtigen Verkehrsteilnehmern in den rasenden Weg stellen zu
dürfen.
Zweirad-Mechaniker
Gegen Anfang des Jahrtausends ausgestorbenes Handwerk. Heute abgelöst
durch den Motorrad-Verkäufer, der sich in
Ausnahmefällen auch als
Teile-Besteller betätigt. "Mechaniken" muss der
Biker
danach selber; oder er wird dabei verrückt und versucht sein Bike an
den Motorrad-Händler zu verkaufen, der aber nichts damit
anfangen
kann, weil er keinen Zweirad-Mechaniker hat.
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